Autor: Ansgar Kreft
Photos: Ansgar Kreft, Frankfurt,
Monsieur Tricot, Le Mans
Eigentlich gehört der folgende Beitrag gar nicht hierher, denn wir
sind nicht als offizielle Abordnung des Frankfurter Ortszirkel nach
Frankreich gefahren. Wir wollen Euch dennoch ein paar Einblicke in unser
Rennerlebnis "24 Stunden von Le Mans" gewähren.
Es begab sich, dass Ludger und ich uns irgendwann einmal spontan
verabredet haben, zum nächsten 24-Stunden-Rennen nach Le Mans zu
fahren, da ich familiäre Kontakte dorthin habe. Und dann, am 13.
Juni, war es dann soweit. Wir fuhren mittags in Frankfurt los.
Unsere erste Pause machten wir an der Autobahn, bereits in Frankreich,
wo wir es uns richtig gut gehen ließen. Gestärkt ging es dann
weiter. Vorbei an Reims und über die Francilienne um Paris herum.
Die Tankfüllung von Luxembourg aus reichte dann bis Chartres, ein
Ort in Nordfrankreich.
Er ist berühmt unter Anderem für seine Kathedrale, die man schon
von weitem sehen kann. Die Fenster in dieser Kathedrale wurden teilweise von
Marc Chagall geschaffen. Sie strahlen von einem wunderschönen Blau.
Leider ließ die mangelnde Zeit und die untergehende Abendsonne uns keine
Chance, sie zu besichtigen. Wir nahmen uns dieses aber für den Rückweg
vor.
Und weiter ging es Richtung Le Mans. Die letzten 150 Kilometer waren dann
auch recht schnell geschafft, so dass wir gegen 23 Uhr in Le Mans
ankamen.
Der nächste Tag gehörte dann der Besichtigung der berühmten Altstadt von
Le Mans. Wir haben den "Pilier Rouge" gesehen, eine alte Häusersäule,
die aus rotem Sandstein gebaut ist. Die Kathedrale St. Julien ist ebenfalls
sehenswert. Und ganz besonders reizvoll sind die kleinen verwinkelten alten Gassen in Le
Mans mit ihren Lädchen, Bistros und Bars.
Und da wir nicht nur nach Le Mans gekommen sind, um in Sachen Kultur unterwegs zu sein,
besannen wir uns auf das Megaereignis dieses Wochenendes, das 24-Stunden-Rennen. Eine
Besichtigung der Rennstrecke, von der ein Teil öffentliche Straße ist und
nur zum Rennen gesperrt wird, barg dann in der Kurve von Arnage eine große Überraschung:
Eine Versammlung von englischen Lotus-Fahrern. Diese extravaganten Fahrzeuge mussten
dann
natürlich näher unter die Lupe genommen werden. Unser Ludger durfte sogar in einen Lotus
einsteigen, hatte da aber gewisse Schwierigkeiten mit, da diese Fahrzeug nicht gerade mit einem
üppigen Platzangebot aufwarten.
Hier könnt Ihr Euch seine Schwierigkeiten mal ansehen
Zurück zur Kultur. Auf dem Programm stand weiterhin die Abbaye de l'Epau, eine alte Zisterzienserabtei
aus dem 13. Jahrhundert. Hier hatten die Mönche gelebt und gearbeitet. Zu besichtigen ist der Kirchenraum,
der derzeit für alle möglichen Ausstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt wird. Gut
erhalten ist die Schreibstube, dessen einzigartiges Heizsystem Einblicke in das ärmliche Leben von damals gibt.
Auch das Dormitorium, der Schlafsaal der Mönche, ist zu sehen.
Die Kulisse der Abtei wird übrigens gerne für Hochzeitsphotos und ähnliches genutzt.
Und siehe da, kaum haben wir uns mal auf die Rückseite der Anlage verlaufen, fanden wir uns mitten in den
Vorbereitungen für den Fahrerempfang eines Renn-Teams wieder. Und besonders reizvoll war dann der Anblick
eines Luxusautos neben den altehrwürdigen Mauern der alten Mönche.
Jetzt aber zurück an die Rennstrecke, schließlich ist ja freies Training. Glücklicherweise
war das Wetter nicht allzu gut, so dass vielleicht nicht ganz so viel Leute da sind. Hier einige
Eindrücke von der Rennstrecke, später im Text kommen noch weitere.
Nach einem anstrengenden Tag auf den Beinen geht es erst mal zum Abendessen zur
Verwandtschaft. Der Nachwuchs
übt auch schon fleißig. Und dieses leckere Bierchen zum Ausklang des Tages haben wir uns wirklich verdient !
Am nächsten Tag fand vor der Kathedrale St. Julien in Le Mans die Fahrerparade statt, die man auf keinen Fall
verpassen sollte. Auch wir waren dabei und haben uns dieses Spektakel angesehen. Wir zeigen Euch aus der Fülle
der Photos jedoch nur einen kleinen Ausschnitt, ansonsten würde die Ladezeit dieser Site über das normale
Maß hinaus strapaziert werden.
Nachmittags dann endlich der Start des Rennens. Bekanntlich geht so ein 24-Stunden-Rennen einen ganzen Tag lang. Wir
können Euch versichern, dass wir lange an der Strecke waren, aber die ganzen 24 Stunden auszuhalten,
ist einfach nicht möglich. Wir sind bis spät in der Nacht geblieben, zum Schlafen jedoch sind wir dann
wieder gefahren und erst am nächsten Vormittag wiedergekommen, um den Abschluss
des Rennens und die
Siegerehrung mitzubekommen.
Und nun gebührt es sich, einen ganz besonderen Dank an unsere Gast-Eltern auszusprechen.
Wir waren aufgenommen wie in einem Hotel, nachts zum Schlafen da, ansonsten nach dem Frühstück den ganzen
Tag unterwegs. Vielen Dank dafür !
Und wie oben bereits erwähnt, führte unser Rückweg am nächsten Tag wieder über Chartres
und seine berühmte Kathedrale, die wir diesmal auch besichtigt haben. Natürlich kommen auf so einem Photo
die Farben nicht in ihrer Gänze und Schönheit zur Geltung, daher die Empfehlung: Fahrt selbst mal hin,
es lohnt sich !
Und da wir auf der ganzen Frankreichfahrt noch nicht genug Kultur zu Gesicht bekommen haben, haben wir uns noch
einen Besuch des Chateau Vaux-le-Vicomte gegönnt. Ich kann Euch sagen, es gibt nichts Größeres
und Prächtigeres als dieses Schloss. Eine Anlage, von der man nur träumen kann. Das Gelände hat
unfassbare Ausmaße. Auch hier fassen die Photos längst nicht alle Eindrücke, die dieses Bauwerk hergibt.
Und mit diesen Impressionen möchte ich Euch jetzt wieder
verlassen. Ich kann Euch noch sagen, dass wir spät in der Nacht
erst wieder zurück in Frankfurt waren, müde, aber voller
Eindrücke und schöner Erinnerungen. Es war für uns eine
schöne Fahrt und wir werden bestimmt wieder mal hinfahren.